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 Betreff des Beitrags: MAX MANUS (02.02.2010)
BeitragVerfasst: Di, 02.02.2010, 18:40 
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Sneakmaster
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Registriert: Mo, 14.04.2003, 14:05
Beiträge: 4211
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Hallo! Liebe Sneaker!

Hier könnt Ihr wieder Eure ganz persönliche Kritik zum Sneakfilm der Woche loswerden.

Mit "Max Manus" gab es diese Woche ein norwegisches Kriegsdrama in unserer Sneak.

Vergesst bitte nicht, Eure Kritik mit einer Schulnote von 1 bis 6 (Zwischennoten sind erlaubt) zu beenden!

In diesem Sinne

Euer Obersneaker

Heiko :biggrin:

Bitte beachten, dass nicht nur Give Aways an einige Kritiker verteilt werden, sondern auch jede Woche zwei Kritiker mit der "Kritik der Woche" eine Freikarte für die nächste Sneak erhalten. Besonders fleissige Kritikenschreiber haben auch 2010 die Möglichkeit, eine Jahreskarte zu gewinnen.

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    KINO - EIN ERLEBNIS, DAS MAN NICHT KOPIEREN KANN!


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Di, 02.02.2010, 23:16 
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    Kabelträger

    Registriert: Di, 26.01.2010, 22:35
    Beiträge: 2
    Max Manus

    Ein norwegisches Partisanenepos mit beeindruckenden Bildern.
    Bestimmt nichts revolutionär neues aber ein schönes Beispiel europäischer Filmtradition.
    Die Stille während des Films sprach Bände.

    mir gefällt sowas

    eine glatte 2


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 01:09 
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    Kabelträger
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    Registriert: Do, 26.02.2004, 12:53
    Beiträge: 44
    Wohnort: H-Nordstadt
    Nach einer etwas "nostaligischen" Einführung der Sneak kam endlich mal wieder ein "anspruchsvolles" Werk, welches es aber thematisch in sich hatte. Es geht um das norwegische Meisterwerk "Max Manus", welches die Lebensgeschichte des gleichnamigen norwegischen Widerstandskämpfers in der Zeit der Deutschen Besetzung ab 1940 zeigt. Dabei gründet er mit seinen Freunden eine Widerstandsbewegung, zunächst im kleinen Stil, im weiteren Verlauf aber mit zunehmender Schlagkraft. Erinnerungsschnippsel zeigen dabei bereits die zurückliegende Fronterfahrung von Max Manus, der als Freiwilliger am Winterkrieg gegen sowjetischer Truppen teilgenommen hatte. Somit nimmt Max eine eher unauffällige, trotzdem aber prignante Heldenrolle ein, die im Film gut von Aksel Hennie umgesetzt wird. Schließlich wird Max von der SS verhaftet, kann sich aber mit einem Sprung aus dem Fenster retten, so dass er zunächst im Krankenhaus landet, aus dem er schließlich aber erfolgreich fliehen kann. Über lange Phasen des Filmes wird vor allem die Verbundenheit und die Freundschaft innerhalb der Widerstandsbewegung in den Vordergrund gestellt. Gemeinsam mit seinem Besten Freund Gregers Grem lässt er sich in Schottland als Schiffssaboteur ausbilden und kehrt zurück. Im weiteren Verlauf beschreibt der Film die Planung von Anschlägen und zeigt leider auch überdeutlich die Dezimierung der Widerstandsgruppe, darunter einige seiner guten Freunde. Der Film setzt hierbei auf einige nette Special-Effects, besonders im Falle der Anschläge auf die Deutsche Schiffe. Er zeigt aber auch im vollen Umfang die Brutalität der Besetzer, wobei ich sagen muss, dass der Film keine Tatsachen versteckt oder auslässt, darunter z.B. eine komplette Szenen bei einem Erschießungskommando, wo am Ende dann noch einmal auf Nummer sicher gegangen wird. Auf der einen Seite zeigt der Film "sehr viele" Details, auf der anderen Seite fügen sich diese wunderbar in das "Filmtempo" ein und zeigen unverblümt die bittere Realität. Schließlich wird auf der anderen Seite die Beziehung zu seiner zukünftigen Frau "Tikken" eingeführt, die er im Film häufiger in Schweden besucht. Phasenweise wurde an dieser Stelle aber deutlich zu viel Zeit investiert, die das Tempo irgendwie kaputt gemacht haben. Leider blieb die Beziehung wirklich eine "Randerscheinung", ein wirklicher Leitfaden war hier nicht wirklich zu erkennen. Beeindruckend meiner Meinung nach sind auch die vielen "ruhigen" Szenen und Landschaftsaufnahmen, wie Max zB. zu Fuß von Norwegen über die Schwedische Grenze bei Nacht durch den Wald marschiert. Am Ende verliert Max seinen Besten Freund, schafft es aber noch vor Kriegsende einen bedeutenden Anschlag auf die "Donau" zu landen. Der Film erzählt aber auch noch eine ganze Zeit nach Kriegsende weiter, wobei Max die Meisten seiner Freunde verloren hat und sich vermehrt dem Alkohol zuwemdet. Der Film ist meiner Meinung nach mehr als eine einfache Biographie, gutes Tempo, viel Spannung und außerdem immer wieder Hintergrundinformationen über die Ereignisse des Krieges. An vielen Stellen wirkt er sehr brutal, an anderen stechen die Specia-Effects hervor. Alles im allen fügt sich das Ganze perfekt zusammen. Einige Elemente, wie die anbahnende Beziehung zu "Tikken" passten hingegen nicht so gut. Auch die Schauspielerische Leistung fand ich ganz angemessen. Viel mehr bleibt mir hierzu nicht zu sagen.

    Gesamtmeinung: 2

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    *** Siehst du das Licht am Ende des Tunnels?? Es ist nicht der Himmel, es ist die U-Bahn! ***


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 10:35 
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    Starregisseur
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    Registriert: Di, 16.11.2004, 18:53
    Beiträge: 2138
    Wohnort: Hannover
    Liebe Cinephile,

    es gibt so Gruppen von Filmen, die in der Vergangenheit so eine Art "Sozialbonus" genossen haben (und dies teilweise immer noch tun). Damit ist gemeint, dass, auch wenn der Film grundlegende Elemente eines gutes Films vermissen lässt, ihm doch trotzdem ein wohlwollendes Verdikt sicher war, hat er sich doch an so einen "schwierigen Stoff" herangewagt. Dazu gehörten naturgemäß Drogenfilme, Missbrauchsfilme, Vergewaltigungsfilme, Filme mit homosexuellen Inhalt ("Coming-Out-Filme") und natürlich Filme über's Dritte Reich. Ein paar dieser Stoffe haben diesen Bonus inzwischen (zum Glück) verloren, z.B. die Coming-Out-Filme. Durch überragende Serien wie Queer as folk war das Thema qualitativ so unterhaltsam und niveauvoll in jeder noch erdenklichen Facette abgearbeitet, dass es heute einfach nicht mehr reicht, wenn eine junge Frau während ihrer Hochzeit merkt, dass sie eigentlich eher auf das Blumenmädchen steht, um einen guten Film daraus zu machen (siehe der absolut grottige Hochzeit zu Dritt). Dies betrifft meiner Meinung nach inzwischen auch das Thema "Drittes Reich". Jedes Thema hat einen gewissen Sättigungsgrad: Irgendwann ist einfach über jeden Aspekt und jede Subthematik schon ein Film gedreht worden, so dass die Chance, mit einem weiteren Film irgendeinen wesentlichen Erkenntnisgewinn zum Großen Ganzen herbeizuführen, doch recht gering ist. Bei Max Manus trifft leider beides zu: Der Film ist schlecht gemacht UND er fügt dem thematischen Spektrum "Drittes Reich" nichts wirklich Essentielles hinzu; selbst, wenn man das Subgenre des Widerstandsfilms nimmt, erfährt man nichts wirklich neues, was jetzt berichtenswert gewesen wäre.

    Dieser Film zerrt gehörig an den Nerven. Die Darsteller sind gelackt und glatt gebügelt und fast durch die Bank unsympathisch. Sie sehen aus wie geile Posterboys und verfügen auch über ein dementsprechendes schauspielerisches "Talent". Ihre Motive sind schwammig und resultieren eigentlich in erster Linie aus einem sehr starken Nationalismus, der in dem Film auch viel Platz einnimmt und einen komischen Geschmack hinterlässt. Spannung und ein fühlbarer Bedrohungszustand, der sich eigentlich aus der Besatzung einer terroristischen Fremdherrschaft ergeben müsste, kommen zu keinem Zeitpunkt auf. Das liegt neben dem limitierten Spiel der Hauptdarsteller auch an der peinlichen Darstellung des SS-Obersturmbannführers Siegfried (sic!), gespielt von Ken Duken. Dieser versucht wohl, den superfiesen, supergelackten Obernazi abzugeben...vergisst dabei aber, dass auch superfiese, supergelackte Obernazis ab und zu mal die Mundwinkel bewegen. Doch auch die Gesamtatmosphäre lässt das Befrohungsgefühl nicht aufkommen...die Nazis sind halt Besatzungsmacht und laufen da so rum...aber mehr auch nicht.

    Das gleiche gilt für die Story: Die Geschichte macht mehrer Zeitsprünge ohne wirklich konkreten Bezug (es geht einfach immer weiter), ab und zu kommt eine Rückblende aus dem finnischen Krieg, an dem Max Manus teilgenommen hat. Warum und weshalb und wie ihn dies in seiner jetzigen Situation beeinflusst wird in keinster Weise erläutert und bleibt als manieristisches Anhängsel. Eine Eigendynamik entwickelt das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Des Weiteren ist die "Liebesgeschichte" zwischen Manus und Tikken dermaßen hölzern und stockig inszeniert, dass man sich geradezu wünscht, einer von beiden würde endlich erschossen werden.

    Es gibt eine einzige gute Szene: Am Ende beim Triumphzug im Auto, als Max sich immer wieder nervös umguckt und überall Bedrohung wittert. Das ist toll gelöst...und wird gleich wieder kaputt gekloppt, weil er ja unbedingt am Ende doch noch Lächeln muss. Selbst dieses letzte bisschen Courage versagt sich der Film.

    Insgesamt ist Max Manus ein Komplettreinfall: Irgendwo oszillierend zwischen Widerstandsdrama und der Studie über die Traumatisierung eines Menschen im dauernden Kampfeinsatz lässt der Film einem so kalt wie ein norwegischer See im Winter. Es mangelt einfach an allem: Die Straßen sind zu glatt und sauber, die Darsteller auch, die Story ist lieblos linear abgespult und ohne Tiefe, so etwas wie Atmosphäre kommt schon gar nicht auf; darüber hinaus stösst das pathetische Gehabe bzgl. des überbordenden Nationalstolzes doch bsiweilen sehr übel auf. Darüber hinaus sorgt die deutsche Synchronisation dafür, dass auch das vielleicht letzte bisschen Emotion, dass die Darsteller in ihrem Mimenspiel vergessen und dafür in ihre Stimme gelegt haben, durch begablich unterdurchschnittlich versorgte Sprecherpraktikanten zerstört wird.

    So langsam finde ich Inglorious Basterds richtig gut. 5-

    That's NOT a Bingo!
    Raging Penguin

    P.S.:
    MungoPark hat geschrieben:
    Die Stille während des Films sprach Bände.


    Da hast Du aber nicht in unserer Reihe gesessen... :bgdev:

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    Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
    --
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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 11:38 
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    Registriert: Mi, 22.07.2009, 08:26
    Beiträge: 562
    Wohnort: Linden - Mitte
    Max Manus

    In der gestrigen Sneak gab es eine Mischung aus autobiographischer Erzählung und epischem Kriegsdrama. Eine Mischung die sich nicht nur gewaltig anhört, sondern auch den Geist zu einem kleinen Duell herausfordert.
    Max Manus gehört zu den wenigen Filmen der Sneak, die mindestens eine Nacht überdacht werden wollen, bevor man sich ein klares Urteil erlaubt.
    Thematisch mitten in der Besetzung von Norwegen durch die Deutschen, bewegen wir uns in einer Welt die scheinbar zwei Seiten besitzt.
    Die eine Seite der Norweger, die die Deutschen unterstützt oder geschehen lässt was geschiet. Und die Andere Seite, die aktiv Propaganda betreibt um Ihr Land für sich zurück zu gewinnen und die feindlichen Truppen der Deutschen zu vertreiben.

    Zwei Seiten die der Film in drastischen Bildern darstellt.
    So wird man nicht nur Zeuge der Folterungsmaßnahmen bei vermeintlichen Propandagisten, sondern steht Auge in Auge gegenüber der Hinrichtung Selbiger. Eine turbulente visuelle Fahrt durch absolute Kriegsatmosphäre. Ein Effekt der zeitweilig Gänsehaut und Raunen im Saal verbreitet, soweit man bei der spitzen Thematik von "gelungen" sprechen kann.

    Doch gerade bei deutschem Publikum ist dieser Film auch ein wenig kritischer zu begutachten.
    So fängt man an sich vor Augen zu halten, das der eigentliche Feind ein Deutscher ist, also rein theoretisch man selbst. Auch wenn die heutige Generation sich mit dem Nationalsozialismus weniger verbunden fühlt und dieses durchaus differenziert betrachten kann, bleibt es unterschwellig ein dumpfes Bauchgrummeln. Es ist der innerliche Zwiespalt der sich entwickelt, sobald man Sympathie für die norwegischen Propandagisten entwickelt, die ja eigentlich gegen einen Selbst vorgehen. Und ebenso das allseits bekannte Unmutsgefühl in einer Zeit des aufstrebenden "Nationalstolzes" (Alleine durch die WM) trotzdem wieder erinnert zu werden, das der Deutsche ein allseits eher unbeliebter Europäer gewesen ist.

    Doch fernab von der speziellen Situation der Deutschen, gibt es einen weiteren Punkt der die anfängliche Sympathie gegenüber den Norwegern bremst. Es ist die Tatsache das insgesamt Gleiches mit Gleichem vergolten wird und sowohl auf der Seite der Deutschen wie auch auf Seite der norwegischen Propandagisten Blut vergossen wird um durchzusetzen, was vermeintlich als Richtig empfunden wird.

    So stellt sich der Film Max Manus nicht nur als Anerkennung für den Max Manus der damaligen Zeit dar, sondern auch als kritisch zu betrachtendes Werk über die damalige Propagandistische Bewegung.

    Von der schauspielerischen Seite betrachtet scheint Aksel Hennie äußerst überzeugend. Sowohl die nächtlichen Panikattacken im Zuge der Kriegserfahrung oder das damit im Zusammenhang stehende Alkoholproblem wirken authentisch. Das Markante Aussehen passt zu den stupiden "Erkennungsmerkmalen" eines Norwegers und auch der jugendliche Charme wirkt keineswegs deplaziert.

    Es ist erfrischend zu sehen, dass die Propagandistische Bewegung nicht lediglich aus einer Altersgruppe zu bestehen scheint, sondern Jung mit Alt verbindet und dadurch erst richtig überzeugend wird.

    Einzig die schauspielerische Darstellung der, zur Flucht verhelfenden, Krankenschwester íst ein wenig enttäuschend, was dem Gesamtbild jedoch wenig Schaden verleiht.

    Als herausstechend Positiv stellten sich die landschaftlich überwältigenden Impressionen heraus, die einem deutschen Europäer gänzlich fremd sind.

    Summa Summarum ist Max Manus ein gelungener Einblick in die Zeit um 1940 - 1945..... Was diesem Film jedoch massiv schadet ist zum einen die verherrlichende Art und Weise die propagandistische Bewegung zu umjubeln, sowie das nervenzerreibende Auseinanderwalzen der Geschichte, bis einem die ohnehin schon langen 118 Minuten auch noch wie 240 minuten vorkommen,....

    Von mir gibt es eine wohlwollende 3-

    -------------------------------------------------------------------
    Nachtrag:

    Mir ist übrigens in den létzten Jahren nicht ein einziger Film begegnet, in dem das Rauchen derartig im Vordergrund lag,....
    Es war ja geradezu ein seltsamer Moment, wenn die Luft mal nicht Racuhdurchzogen war,.......

    _________________
    ~*~ Daring ideas are like chessmen moved forward. They may be beaten, but they may start a winnig game ~*~

    We all have to face our personal Chess Match. It´s our decission. Just one step can change everything!


    Zuletzt geändert von OoBlackeyesoO am Do, 04.02.2010, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.

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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 11:59 
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    Nebendarsteller
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    Registriert: Mi, 23.07.2008, 09:24
    Beiträge: 189
    Deutscher Titel: Max Manus
    Originaltitel: dito

    Zusammenfassung: Im von Nazis besetzten Norwegen versucht der Widerstandskämpfer Max Manus (Aksel Hennie) nach der Teilnahme am Winterkrieg auf Seiten der Finnen mit einigen Kameraden, die Besatzer wieder zu vertreiben und sein Vaterland zu befreien. Nachdem er durch die Herausgabe einer illegalen Zeitung beinahe verhaftet wurde, beschließt Max, dass jetzt härtere Aktionen folgen müssten, und lässt sich in Schottland zusammen mit seinem besten Freund Gregers Gram (Nicolai Cleve Broch) zum Saboteur ausbilden.
    Spoiler: anzeigen
    Wieder daheim beginnen die beiden, einen Kreis von Freiwilligen um sich zu scharen und sabotieren die im Hafen vor Anker liegenden deutschen Schiffe mit Hilfe einer schwedischen Verbindungsfrau namens Tikken (Agnes Kittelsen), in die sich Max verliebt. Verfolgt werden sie unablässig von dem Nazi-Ermittler Siegfried Fehmer (Ken Duken). Nach und nach werden jedoch immer mehr von Max' Freunden erschossen oder verhaftet und verhört, so dass sich die Schlinge um ihn selbst immer enger zuzieht. Glücklicherweise gewinnen die Alliierten Streitkräfte schließlich den Krieg und Max, einer von wenigen Überlebenden seiner Einheit, wird vom norwegischen König ausgezeichnet und dessen Leibwächter.


    Analyse: Das Potrait des norwegischen Kriegshelden und Widerstandskämpfers Max Manus gelingt den Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg leider nur zu einem sehr geringen Teil:
    Erstens ist Aksel Hennie keine gut gewählte Besetzung für die Hauptrolle. Er besitzt praktisch kein Charisma und kann die Entschlossenheit seines Charakters nicht darstellen. Er wirkt eher wie ein gelangweilter Student, der gerade nichts Besseres zu tun hat, als Nazi-Schiffe in die Luft zu jagen. Auch die inhaltliche Kontroverse um Manus' Teilnahme am Winterkrieg wird im Film weggewischt und stattdessen noch mit Kriegserinnerungen untermauert, die offenbar einen traumatisierenden Effekt auf den Protagonisten haben sollten, jedoch nichts außergewöhnlich Schockierendes enthalten. Hier wäre ein tiefsinniges Gespräch mit einer der anderen Figuren hilfreich gewesen. Aber auch die Zuneigung zu Tikken, deren Schicksal man bei der ersten Begegnung der beiden bereits erahnt, und die Beziehung zu seinen Freunden werden ausnahmslos hölzern dargestellt und bieten wenig bis gar keine Emotionen.
    Zweitens stimmt das Szenario einfach nicht. Die deutsche Besetzung Norwegens ist herrlich frisch und unverbraucht und vermutlich den meisten Zusehern geschichtlich nicht vertraut, doch nirgends sieht man unterdrückerische Nazis, die der norwegischen Bevölkerung zusetzen. Ihre Anwesenheit scheint sich auf ein paar Wachen und Schiffe im Hafen und eine Parade vor dem Rathaus zu beschränken. Niemals wird eine Atmosphäre von permanenter Gefahr und Bedrohung, wie sie für Widerstandskämpfer geherrscht haben dürfte, aufgebaut.
    Drittens gelingt es Ken Duken nicht, dem cleveren und mit Glück gesegneten Manus einen Gegenspieler auf Augenhöhe zu liefern. Zu ziellos, zu nachsichtig und gleichzeitig kalt wirkt seine Figur, wobei die Randgeschichte mit Fehmers neuer Sekretärin völlig überflüssig ist.
    Und zuletzt kommt keine richtige Spannung auf. Die Aktionen im Hafen werden beispielsweise nicht von dramatischer Musik untermalt und laufen zu reibungslos ab. Dazu kommen einige unüberlegte Fehler der Filmemacher, beispielsweise rudern die vier Saboteure mit ungeschwärzten Gesichtern und Paddeln umher, so dass es für die deutschen Patrouillenboote praktisch unmöglich ist, sie zu übersehen. In einer anderen Szene wird Manus auf dem Fahrrad von einem deutschen Motorrad samt Maschinengewehr im Sozius verfolgt, doch während ihn von der Salve des nicht mit Fahren abgelenkten Schützen nur eine Kugel harmlos im Nacken trifft, drückt der Norweger weiterfahrend einfach locker ohne zu zielen aus der Hüfte ab und tötet Fahrer und Schützen mit wenigen Kugeln.
    Als Zugabe kommt die (zumindest teilweise) wahre Geschichte sehr schwammig und ungeordnet daher. Mal ist Max in Norwegen, dann wieder in Schweden oder Schottland. Dass dies zu Kriegszeiten kein leichtes Unterfangen war und der echte Kriegsheld beispielsweise über Russland, Ostafrika und Kanada reisen musste, um ins Vereinte Königreich zu gelangen, wird einfach unterschlagen.
    Insgesamt funktionieren die Teilstücke "Max und sein Kriegstrauma", "norwegischer Widerstand" und "Liebesgeschichte mit verheirateter Frau" einfach nicht zusammen. Zu unwirsch wird zwischen den Schauplätzen, Zeiten und Geschichtsabschnitten gewechselt, zu oft wird das Tempo in den 118 Minuten herausgenommen und durch oberflächliche Gespräche ersetzt.

    Fazit: Für Nicht-Insider uninteressant und zäh. :bindagegen:

    Note: 4-

    _________________
    There's some truth in your fiction
    and some fiction in your truth.

    - The Animatrix


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 12:03 
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    Raging Penguin hat geschrieben:
    L
    So langsam finde ich Inglorious Basterds richtig gut. 5-

    That's NOT a Bingo!
    Raging Penguin

    P.S.:
    MungoPark hat geschrieben:
    Die Stille während des Films sprach Bände.


    Da hast Du aber nicht in unserer Reihe gesessen... :bgdev:


    Hallo
    von mir keine Note, denn wenn ich einen Film nicht sehen wollte, dann Diesen.
    Ich kann einfach keine Filme über den Nationalsozialismus mehr sehen. Dieses Thema habe ich sowas von über.
    Einzige Ausnahme habe ich für Tarantinos Inglorious Basterds nochmal gemacht. Hier stimme ich dem Pinguin voll zu.

    In meiner Reihe (Reihe F) wurde auch reichlich gequatscht, wozu ich beitrug bis ich den FIlm vorzeitig verliess

    _________________
    Nicht alles was der Kardassianer sagt hat er auch so gemeint ;-)


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 12:22 
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    Ich muss leider sagen, dass dieser Film absolut nichts für mich war. Ich fand ihn sehr langatmig. Viele Szenen wurden durch diese doch etwas sehr langen Sprechpausen unnötig in die Länge gezogen.

    Zwei Szenen fand ich beeindruckend. Die, in der die Donau unterging und die andere mit dem Sonnaufgang übern Berg, die aber leider viel zu kurz war und abgeschnitten schien.
    Musik war leider weder passend noch besonders toll.


    Von mir gibts ne
    5


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Mi, 03.02.2010, 14:55 
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    1940, der Krieg hat die skandinavischen Länder erreicht, deren Bevölkerung unterschiedlich darauf reagiert. Während in Finnland Widerstand geleistet wird, wird Norwegen ohne große Gegenwehr erobert. Freiwillige Norweger, darunter der titelgebende Max Manus, kämpfen an der finnländischen Front um den Nazis die Stirn zu bieten.

    Nach seiner Rückkehr in heimische Gefilde organisiert Manus mit einigen Bekannten eine winzige Untergrundorganisation, die sich vornehmlich auf propagandistische Flugblätter und kleinere Anschläge versteht. Nachdem sowohl Max als auch sein Bekannter Kolbein verhaftet werden sollen - Max kann durch einen gewagten Fenstersprung entwischen, Kolbein kommt nicht so "glücklich" davon - wird der Kontakt zum erwachsenen Widerstand hergestellt. Die Freunde bekommen eine militärische Ausbildung und werden Undercover im eigenen Land eingesetzt um einen Guerilla-Krieg gegen die deutsche Kriegsmaschinerie zu führen. Dass ein solches Vorhaben nicht jeder der Beteiligte überleben kann, war jedem klar, doch nach und nach wird Max Truppe im Kampf gegen die scheinbar übermächtigen Besatzer immer kleiner...

    Ich hab mich gefreut, als der Film begann. Ich hab im Gegensatz zu manch anderen Schreibern hier die Nase von Filmen über den zweiten Weltkrieg noch nicht voll. Die Thematik (so ausgelutscht sie aus Sicht des Konflikts "USA vs. Nazis" auch sein mag) mal aus der - mir neuen - Perspektive des norwegischen Untergrundes zu sehen hatte etwas erfrischendes.

    Sicher hat der Film auch seine Längen, wobei ich mir während des ganzen Films nicht sicher war, woran das lag. An der Tiefe der Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen? An den sich wiederholenden Anschlägen? Ich kann es nicht beantworten. Einige Szenen hätten wahrscheinlich einfach kürzer oder innovativer inszeniert werden müssen.

    Die Darsteller waren mir aufgrund meiner beschränkten Kenntnisse des norwegischen Kinos größtenteils nicht bekannt. Was aber anscheinend in letzter Zeit groß in Mode ist, Deutsche als Deutsche einzusetzen begrüße ich auch hier. Grade die Darstellung des Siegfried hat mir persönlich sogar ziemlich gut gefallen. Einerseits kalt und emotionslos, aber andererseits das Bubigesicht, das die Büroangestellte angräbt.
    Auch der Hauptdarsteller des Max Manus, Aksel Hennie (da musste ich googeln), hat eine solide Leistung abgegeben. Man konnte zwar nicht jede Entscheidung der Figur nachvollziehen, aber die wenigsten von uns werden Kriegseinsätze hinter sich haben, bei denen alles was man hat, in diesem Fall das Leben seiner Freunde, auf dem Spiel steht.

    Mir hat "Max Manus" gut gefallen, weil hier, trotz einiger langatmiger Stellen, ein solides, teils emotionales Drama mit interessanten Charakteren vor einem historisch korrektem (?) Hintergrund zu sehen war.

    Um den Schnitt ein bisschen zu heben, gibt es diese Woche von mir eine 2.


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Do, 04.02.2010, 19:21 
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    Wohnort: Hannover-List
    Max Manus

    Die Zeit für propagandistische Ausbeutung von Filmen über den zweiten Weltkrieg ist inzwischen gesegneterweise vorbei, auch die Phase für die Abbildung des Schrecken des Krieges und den Versuch der Verarbeitung hat man langsam aber sicher abgehakt, aber die Geschichten über einzelne herausragende Personen funktionieren eigentlich immer: Menschen, die in Notlagen und Krisenzeiten sich treu geblieben sind und Großes gegen Despotie, Krieg, Terror und Unrecht geleistet haben.
    Während in Deutschland da meistens mit heroischem Scheitern auf höchstem Niveau gearbeitet werden muß, wissen die übrigen Länder ihre Helden durchaus zu schätzen und zu feiern.
    Mit "Max Manus" brennen die Norweger nun ihr kleines Feuerwerk ab, die Geschichte eines hochdekorierten Widerstandspartisanen, der stets gegen die deutschen Besatzer gekämpft hat und später hochdekoriert ein angesehener Veteran und Volksheld wurde.

    Serviert man so eine Filmbiographie nun also in Deutschland, so muß man sich als Zuschauer entscheiden, ob man politisch korrekt einfach nur das Feelgood-Kino gegen böse Nazis abfeiert oder die gesamte Konstruktion ein wenig zerpflückt, ob etwas von Wert dabei ist.
    Unbestritten bleibt dabei sicherlich die Rolle, die der historische Manus bei der Sprengung verschiedener deutscher Kriegs- und Transportschiffe gespielt hat, jedoch reagiert man hierzulande ein bißchen empfindlich gegen zu viel einseitigen Glorienschein, ohne jetzt die Taten der Besatzer runterspielen zu wollen.

    Da haben sich die Norweger dann durchaus bemüht, eine solide und vielseitige Geschichte auf die Beine zu stellen. Historische Ereignisse werden gemischt mit einer bitteren Geschichte von Freunden, die gemeinsam in die Widerstandsbewegung gegangen sind, um dann zwischen den Mühlsteinen des Krieges zermahlen zu werden.
    Auch hat man darauf geachtet, das Geschehen durchaus kontrovers als Aktion/Reaktions-Prinzip mit entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen zu zeigen, was das Gewissen durchaus belasten kann, aber dennoch keine echte Alternative bietet. Und dem generellen Nazihass hat man auch nicht die Zügel schießen lassen, am Ende sitzen sich die Kontrahenten, Manus und der gefangene Siegfried Fehmer relativ wortlos gegenüber und es muß nur entschieden werden, ob ein Minimum an Respekt oder Anerkennung verschiedener Seiten geleistet werden sollte.

    Doch genau dort, wo der Film nicht einseitig sein will, kommen seine ganzen Schwächen ins Spiel, die in der historischen Figur, bzw. der Interpretation im Film deutlich werden. Der Manus des Films soll zwar eine unentschiedene, verzweifelte, oft einsame Figur sein, allein die nötige Tiefe, den lebendigen Charakter kann man nie einfangen. Aksel Hennie gibt sich zwar alle Mühe, Komplexität zu zeigen, doch die Hintergründe, die Geschichte der Figur bleiben ein Mysterium, seine Motivationen verschwommen. Straff in den Absichten und der Umsetzung militärischer Gegenschläge, wirkt der Mensch Manus wie ein Enigma, das Hennie nicht zum Leben erwecken kann, negativ betont durch ein überladenes Drehbuch, das auch Nebenfiguren viel Platz einräumen möchte (um die Tragik zu steigern), eine hölzern-unkonventionelle Liebesgeschichte (mit seiner späteren Frau) unpassend und antiklimatisch in den Plot preßt und zugunsten der Historie wichtige Informationen des Umfelds auf kleine Fingerzeige reduziert.

    Ken Duken als Fehmer darf dann doch wenig mehr als das fiese, sadistische Biest spielen, weitestgehend die menschgewordene Bösartigkeit, die in einer rudimentären Nebenhandlung auch noch seine anfangs mehr als geschockte Sekretärin einwickelt. Die Widerstandskämpfer, obwohl teilweise aus dem finnischen Winterkrieg fronterprobt (was als Erinnerungsfetzen immer wieder relativ unerklärt im Film aufgegriffen wird, obwohl es keine nennenswerte Funktion hat oder das Geschehen im Film auch nicht kommentiert, unterstreicht oder konterkariert), wirkt wie eine Horden gut gebügelter Naivjünglinge, deren Schicksal Manus mehrfach nur durch Zufall und Glück nicht teilt. Die Resonanz im Land geht unter, die Funktion der Saboteure als notwendiges Kanonenfutter wird zwar anfangs erwähnt, aber dann nicht wieder aufgegriffen.
    Manus selbst, weniger intellektuell als seine Mitstreiter, bleibt meistens wort- und konturenlos, ein Mann der Tat, aber (zumindest im Film) niemand, der etwas zu erzählen oder weiterzugeben hat.
    Alles an ihm wirkt mühsam abgestimmt: nicht zu sympathisch, nicht zu verkopft, nicht zu strahlend, nicht zu brutal, niemals unmenschlich, niemals gefühllos, eher hilflos, aber immer kontrolliert - ein Drehbuchgeschöpf, dem man gut folgen kann, der aber nicht die nötigen Fehler mit sich herum schleppt, um wirklich menschlich zu sein. Geht es an solche Themen, wirkt die dramatische Produktion immer erstaunlich ungeschickt, notfalls trinkt man eben ein Gläschen oder raucht eine nach der anderen, was aber noch keine Figur ausformt, die außerhalb Norwegen nicht den meisten Zuschauern herzlich egal wäre.

    Es mag gut sein, daß man spürt, das hier ist nicht Hollywood und kein verkopftes Arthauskino, aber es strandet alles irgendwie dazwischen, da kann die visuelle Umsetzung noch so trefflich sein (auch wenn einige Drehorte sehr stark an das moderne Norwegen erinnern), hier wird zu viel gewollt, lokal funktionabel und nicht eindimensional, aber gerade wegen dieser Mühe, der spürbaren Arbeit, künstlich. Dazu kommt, daß die Figur außerhalb seines Heimatlandes sowohl unbekannt, wie auch wenig wichtig erscheint, eben doch nur das Portrait eines von vielen Widerstandskämpfern; einer, der durchkam.
    Möglicherweise wäre es funktionabler gewesen, wenn man das Voice Over Manus', mit dem der Film beginnt und das die ersten Geschehnisse kommentiert, länger als zehn Minuten durchgehalten hätte, um den Zuschauer so emotionaler an sich zu binden. In dieser Form verbleibt am Ende nur ein "Schön und gut, und jetzt?"!
    3/4

    _________________
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    Hypno (1962)
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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Do, 04.02.2010, 23:38 
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    Und wieder ein Film über den Nationalsozialismus.
    Und da dachte ich, der Drops wäre gelutscht.
    Die Geschichte war weder packend, noch rührend.
    Wenn ich's mir recht überlege, habe ich, außer
    Langeweile, keinerlei Gefühlsregungen verspürt.
    Und ich heule normalerweise schon bei der merci-
    Werbung! Was jetzt natürlich nicht impliziert, dass
    ein Film nur dann gut ist, wenn man heult. Aber
    manchmal helfen ein paar Tränchen schon, damit
    man wenigstens sagen kann, der Film hat mich
    berührt. Dazu kam der absolut laaaaaaange und nicht
    enden wollende Schluß, fühlte mich stark an das Ende
    von "Herr der Ringe" erinnert. Völlig übertriebenes
    Spiel des Hauptdarstellers und ein immerwährendes
    Abblenden, hat mich dann komplett in den Wahnsinn
    getrieben.
    Lahme Story, lahme Schauspieler, die, in meinen
    Augen, völlig gestelzt rüberkamen und ein Thema,
    das nun wirklich zur Genüge aus allen
    erdenklichen Blickwinkeln gezeigt wurde.
    Nu is aber auch mal gut!

    4-

    _________________


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Fr, 05.02.2010, 12:47 
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    Kabelträger
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    Registriert: Fr, 05.02.2010, 12:09
    Beiträge: 9
    Dachte nicht das meine erste Kritik hier, so schlecht ausfallen würde.
    Aber Max Manus fand ich einfach nur gähnend langweilig!
    Ich bin eigentlich offen für Neues und "aternative" Filme.
    Aber die Tatsache, dass ich während des Films mehrfach auf die Uhr gekuckt und mich gefragt habe, wann dieser Film endlich zu ende ist, spricht nicht grade für den Film. Auch in meine Reihe war mehr als gesprächig.
    Die Story ist so was von ausgelutscht, die Schauspieler erreichen mich überhaubt nicht.
    Mag sein, dass die Story bei mir nicht ankommt, weil ich in meiner Schulzeit mit NS-Geschichte grade zu überschüttet wurde. Gehe aber davon aus, dass das nicht nur bei mir der Fall war.
    Generell sind deutsche Zuschauer bei diesem Thema wahrscheinlich ein eher ungnädigeres Publikum als andere.
    Für mich war der Film absolut nicht spannend, fast alles war vorhersehbar...

    Meine Note: 5


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Fr, 05.02.2010, 13:00 
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    Beiträge: 274
    Wohnort: Hannover - Kirchrode
    MAX MANUS

    Inhalt:
    Max Manus gehört im 2. Weltkrieg zu einer Wiederstandsgruppe gegen die einzogenen Deutschen in Norwegen. Der Film stellt seine Geschichte dar: von einer Flucht als schwerst Verletzter aus einem Krankenhaus über mehrere Anschläge gegen Deutsche und deren Kriegsflotte bis zum Triumph über den Sieg nach Hitlers Tod.

    Kritik:
    Die Geschichte stellt den Verlauf des 2. Weltkrieges aus der Sicht der Norweger dar, was mal etwas ganz neues ist. Immer wieder wird in Filmen das Vorgehen der Deutschen und Amerikaner skizziert, sodass man schon sagen kann, das Thema sei langsam recht ausgelutscht. In diesem Fall habe ich mal einen interessanten neues Aspekt entdeckt.
    Der Film gefällt mir nicht nur wegen der Thematik ganz gut, ich finde auch die schauspielerische Leistung sehr ordentlich, die die Geschichte unterstützt und den Zuschauer richtig mitfiebern lässt. Besonders will ich hierbei die Darsteller der Rollen Max Manus und Gregers Gram hervorheben.
    Die Bilder des Films wirken sehr authetisch.
    Meiner Meinung nach ist das Ende nicht ganz passend, da diese "Liebesgeschichte", die irgendwie ja doch keine ist, seltsam wirkt und dem Film nicht zu einem angemessenen Abschluss verhilft. Der Zuschauer wird dadurch etwas verwirrt zurückgelassen.

    Fazit:
    Der Film ist unterhaltsam und interessant und die Darsteller machen ihre Arbeit wirklich gut. Dafür gibt es von mir eine 2.

    _________________
    Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein :D


    :keks:


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Fr, 05.02.2010, 20:40 
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    Das Dritte Reich scheint ein ewiger Quell für Filmvorlagen zu sein. So wurden bereits mannigfaltig verschiedene Sichtweisen auf Zelludoid gebannt. Sei es die Tätersicht („Der Untergang“), die Sicht der Opfer („Anne Frank“), die der heimlichen Helfer („Schindlers Liste“) oder des Widerstands („Sophie Scholl“). Dass es nicht nur in Deutschland Kräfte gab, die sich gegen das NS-Regime auflehnten, zeigt die Verfilmung des Lebens eines norwegischen Nationalhelden: Max Manus. Er ließ sich zum Saboteur ausbilden und fügte der Deutschen Marineflotte einigen Schaden zu, indem er im Hafen von Oslo Haftminen an Schiffen befestigte. Gemeinsam mit seinen Kameraden trat er der sogenannten „Oslobande“ bei, die den deutschen Besatzern durch Anschläge auf Verwaltungsgebäude auch in der Stadt das Leben schwer machte.

    Meine Nähe zu skandinavischen Filmen wurde mal wieder bestätigt. „Max Manus“ reiht sich ein in die Liste der Filme aus den nördlichen Gefilden, die durch ihren speziellen Charme bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Gleich zu Beginn gibt es ein Flashback, das bei mir den Adrenalinspiegel in die Höhe trieb: Manus kämpft in der winterlichen Landschaft Finnlands als Freiwilliger gegen die Deutschen. Die teils konfuse Kameraführung und schnellen Schnitte erinnerten mich ein wenig an „Tödliches Kommando“ und verfehlten ihre Wirkung nicht. Nachfolgend wird Manus’ Werdegang mit einigen Zeitsprüngen erzählt, die aber nie wirklich verwirrend, sondern in sich stimmig sind.

    Zugegeben: Aksel Hennie ist als Hauptdarsteller nicht gerade ein Sympathieträger. Doch sollte man gerade in einer verfilmten Biografie doch auch nicht erwarten, dass ein eher verschlossener und unzugänglicher Mensch des Publikums Willens wegen zu Everybody’s Darling wird. Für mich hat Hennie durchaus sehr glaubhaft das Nachdenkliche und die teilweise Verbohrtheit eines patriotischen Widerständlers gut in Szene gesetzt. Vor allem die „Action-Szenen“ haben es mir angetan. Die Sabotageakte wurden allesamt gut umgesetzt und waren für mich sehr spannend. Sowohl die Angst vor der Entdeckung als auch die ständige Bedrohung durch die wachhabenden Deutschen sorgten für nervenzehrendes Kino.

    Doch auch ein wenig Kritik muss sein. Dass Manus während seines Wirkens im Untergrund seine zukünftige Frau kennen lernte mag faktisch richtig sein; für die eigentliche Handlung war dieser Erzählstrang jedoch absolut unwichtig, ja unnötig. Das Auslassen dieses Teils des Privatlebens von Manus hätte der Filmlänge gut getan, sorgte doch gerade diese Liebesgeschichte für einige Durchhänger in der ansonsten spannenden Story. Anderes wurde nur angerissen, ohne Belang für die Handlung zu haben: warum wurde die Liaison zwischen NS-Sturmbannführer Sigfried und seiner Sekretärin anerzählt, nur um sie dann bei einem Fest sich beim Tanz küssend zu zeigen? Wäre der Sekretärin noch eine Rolle für die Handlung zugekommen, etwa geheime NS-Informationen an die Widerstandskämpfer weiterzugeben, hätte das Sinn gemacht. So verwirrte dieser zugegeben kleine Handlungsstrang nur unnötig.

    Alles in allem empfand ich „Max Manus“ als einen gelungenen Film, der eine Seite des Zweiten Weltkrieges zeigte, die für uns bisher eher unerschlossen schien. Sowohl die Tatsache, dass er sich mit Widerständlern auseinandersetze als auch die Tatsache, dass er in einem Teil des NS-Reiches spielt, der weit weniger Aufsehen erregt hat als Stalingrad oder Omaha Beach, macht diesen Film sehr sehenswert.

    Note: 2+

    _________________
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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Sa, 06.02.2010, 14:56 
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    Wohnort: Hannover
    Max Manus

    Inhalt: In dem Film „Max Manus“ wird die Zeit des Widerstandes um Max Manus im vom nationalsozialsten Deutschland während des zweiten Weltkrieges besetzten Norwegen geschildert.
    Der Hauptdarsteller hatte bereits vor der Besatzung in Finnland gegen Russland gekämpft und ist nun in Norwegen und muss mit ansehen, wie die norwegische Regierung nach kurzem Kampf gegen die Deutschen kapituliert.
    Daraufhin schließt er sich einer kleinen Widerstandszelle gegen die Besatzer an. Die Nazis jagen ihn und er entkommt knapp. Nach einer Flucht über Schweden, schließt er sich in Schottland einer Division - Norwegian Independent Company No. 1 – an und kämpft für den König und Vaterland.

    Kritik: Der Film war langweilig und zäh. Die Geschichte vom Widerstandskämpfer Max Manus finde ich ja interessant und im ersten Augenblick spannend. Aber diese Verfilmung hat es nicht geschafft, mich mit zu reißen. Teilweise ewig lange Szenen, sinnlose Unterhaltungen und dann dazu seine extreme Ungeschicktheit. Der war im Krieg und schießt sich dann selbst ins Bein. Als sie das Archiv sprengen, bleibt er mit den drei Fahrrädern genau im Fluchtweg für alle Angestellten stehen, nicht einen Schritt hinter die Mauer, damit man auch selbst besser fliehen kann usw… Naja, muss man wohl als wahre Geschichte hinnehmen. Aber die hätte spannender erzählt werden können. Auch die Liebesgeschichte ist mehr als anstrengend, ein langwieriges Hin und Her. Das Hin und Her zwischen Schottland, Schweden und Norwegen war mir auch etwas zu „einfach“ dargestellt.
    Im Film wird der Teil der ersten Flucht von Max Manus von Norwegen über Schweden, Russland, Afrika, Kanada, was neun Monate dauerte, überhaupt nicht angedeutet. Es wirkt er so, als ob die Grenzen doch ziemlich durchlässig waren.
    Was der Film bei mir bewirkt hat, ist, dass ich mich noch einmal ein wenig schlauer über die Zeit Norwegens im 2. Weltkrieg gemacht habe und über die Person Manus. Daher bekommt dieses Machwerk auch nicht die schlechteste Zensur.
    Aber ich glaube wirklich, dass man diese Geschichte hätte mitreißender erzählen können. Daher war ich ziemlich enttäuscht.


    Note: 4-
    Fazit: Max Manus, ein Mann, den die Welt damals brauchte – wie jeden Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland – aber für den Film gilt selbiges meiner Meinung nach nicht.


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: Sa, 06.02.2010, 20:45 
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    Registriert: So, 18.11.2007, 20:07
    Beiträge: 343
    MAX MANUS

    Ein – im eigenen Land sehr bekannter, hier völlig unbekannter – hoch dekorierter norwegischer Widerstandskämpfer während der deutschen Besatzung in den Jahren 1940 bis 1945. Der Film zeigt - unterbrochen von unkommentierten Rückblenden auf seine Teilnahme am finnischen Winterkrieg - die von Max Manus und seinen Freunden in dieser Zeit durchgeführten Aktivitäten, speziell die Sprengstoffanschläge auf 3 deutsche, im Hafen liegende Schiffe, wofür er Spezialist gewesen sein soll, sowie die Vernichtung von Unterlagen junger Norweger, die zum Wehrdienst eingezogen werden sollen und die Sprengung von Eisenbahnschienen. Mit viel Glück überlebt er die Jahre im Gegensatz zu vielen seiner Mitstreiter, erhält nach dem Krieg hohe Auszeichnungen und schreibt später u. a. zwei Bücher über diese Zeit.

    In Norwegen hat Max Manus – unterstützt durch seine Bücher – einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht, hier in Deutschland ist er allerdings ziemlich unbekannt und man muss schon über ihn nachlesen, um auch ein bisschen Hintergrundwissen zu bekommen, was der Film nicht unbedingt übermittelt. So erfährt man dann, dass Max Manus seine Kindheit und Jugend in fernen Ländern wie Chile, Argentinien etc. verbracht hat, bevor er nach Norwegen zurückgekehrt ist. Die Regisseure Joachim Ronning und Espen Sandberg haben die Filmhandlung auf die Buchvorlagen gestützt, aber sich streng nur auf die Widerstandsaktivitäten beschränkt. Allerdings wird am Schluss die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner späteren Frau Tikken gezeigt, was ziemlich langatmig und für die Filmhandlung völlig nebensächlich ist, der Film wird dadurch auf unnötige 118 Minuten gezogen.

    Der Film ist durchaus interessant, allerdings rücken seine Mitstreiter allzu sehr in den Hintergrund und bleiben blass. Ohne seine Freunde hätte Max Manus als selbst ernannter Anführer der Gruppe die erfolgten Anschläge nicht durchführen können und ihn allein als Volkshelden zu küren, widerspricht doch dem tatsächlichen Geschehen.
    Darsteller Aksel Hennie bedient mit seinem Aussehen das Klischee des Nordländers in jeder Weise, ähnelt damit Recherchen zufolge aber nicht unbedingt dem echten Max Manus. Zudem mangelt es ihm an Ausdruckskraft, seine ohnehin recht unsympathische Erscheinung bietet keinerlei Abwechslung. Der Gesichtsausdruck verändert sich bis auf den Ansatz eines Lächelns so gut wie überhaupt nicht, die Dialoge sind knapp, häufiges Schweigen wird begleitet von ständigem (Whisky/Rum?)-Genuss und Kettenrauchen.
    Ebenso einseitig spielt Ken Dukken den zynischen und brutalen Gestapochef, ziemlich schwache schauspielerische Leistung. Nicht zu vergessen, der völlig überflüssige Part mit seiner Sekretärin.
    Insgesamt scheint die Wahl der Darsteller nicht besonders gelungen, oder aber ihr Potential ist einfach nicht genutzt worden, was mir besonders bei den Mitstreitern von M.M. der Fall zu sein scheint.

    Für jeden, der sich für diese Art der biographischen Filme interessiert, ist dieser Film sicherlich genau das Richtige. Für alle Anderen ist es nur ein weiterer Film aus der NS-Zeit über einen der zahlreichen mutigen Männer dieser Zeit.

    Note: 4 .


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: So, 07.02.2010, 10:38 
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    Beiträge: 482
    Wohnort: Stöcken
    Klausurenphase, darum wieder kurz:
    Mir hat Max Manus gar nicht so schlecht gefallen. Die Perspektive der skandinavischen Länder war mal etwas anderes, das ewige Nazi-Thema nervt auch mich - vor allem in der Schule ist es auf den Geist gegangen. Aber Norwegen, Schweden und Finnland wurden dabei immer ausser acht gelassen.
    Aksel Hennie spielt den Max sehr gut, seine Verzweiflung kommt gut herüber als nach und nach alle seine Kameraden sterben. Wie dunkel es um ihn sein muss zeigt er auch am Ende eindrucksvoll..Wobei ich persönlich finde, wäre es nur ein Film, hätte auch er am Ende sterben müssen.
    Aber gut, die Realität war anders.
    Manche Szenen zogen sich sehr in die Länge, vor allem gegen Schluss wurde es recht zäh. Den Supermies-Deutschen hatten wir, wie in Inglorious Basterds (ja, bewerft mich doch dass ich Mr. Überschätzt [a.k.a. Tarantino] mit Ole Christian Madsen vergleiche) hier auch, wobei der Hans Landa dort noch etwas mehr Würze hatte. Ist aber trotzdem gut gelungen.
    Ich fand den Film also alles andere als schlecht, und anscheinend im Gegensatz zu vielen anderen bin ich sehr dankbar für den sparsamen Soundtrack - er war genau richtig eingesetzt und so auch wirkungsvoll.
    Von mir gibt es also eine 3+!

    _________________
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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: So, 07.02.2010, 13:57 
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    Beiträge: 508
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    Ein bischen sperrig ist "Max Manus" schon geworden. Das passiert häufig bei Biographgieverfilmungen, die einen längeren historischen Zeitraum umfassen und auf Autenthizität Wert legt.

    Allerdings fokussiert sich die ansprechend inszenierte und ausgestattete Geschichte des norwegischen Widerstandskämpfers ohnehin stark auf den titelgebenden Saboteur und seine persönlichen Wandel vom Idealisten zum Alkoholiker aufgrund der zahlreichen getöteten Freunde. Das erweist sich meines Erachtens als Glücksgriff, da Haptdarsteller Aksel Hennie alles richtig macht und wie der skandinavische Bruder von Steve Buscemi wirkt.

    Während der einzelnen Sabotageakte kommt dann sogar genug Spannung auf, um sich etwas von der genrebedingten Trockenheit zu lösen. Auch merere Szenen zum Ende des Films (z.B. das Gespräch im Zug oder mit dem gefangenen deutschen Antagonisten) heben Max Manus über den Durchschnitt.

    Sicherlich kein Meisterwerk, aber ein bemerkenswerter Film mit Daseinsberechtigung:
    3+

    _________________
    Meine Freiheit heißt, daß ich Geschäfte machen kann.
    Und deine Freiheit heißt, du kriegst bei mir einen Posten.
    Und da du meine Waren kaufen mußt, stell ich dich bei mir an.
    Dadurch verursacht deine Freiheit keine Kosten.

    Bild
    Wenn dir das vielleicht nicht logisch vorkommt, denk an eines bloß:
    Ohne meine Freiheit bist du arbeitslos!


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: So, 07.02.2010, 14:28 
    Offline
    Kameramann
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    Registriert: Di, 19.05.2009, 23:18
    Beiträge: 83
    Als wir aus der Vorstellung von "Max Manus" herauskamen waren meine ersten Gedanken...der Film hat nicht funktioniert!
    Vielleicht bin ich schlicht mit einer falschen Vorstellung an den Streifen ran gegangen, aber wenn man einen Film über den Widerstand im 2. Weltkrieg sieht, erwartet man schon irgendwas was irgendwo zwischen "Die Wildgänse kommen" und "Privat James Ryan" liegt. Stattdessen sollte das alles wohl eher ein wenig historisch angehaucht sein und Max Manus nicht zum Übermenschen stilisiert werden. Nun das gelang auch ganz gut, denn zu keinem Zeitpunkt konnte sich die Figur auch nur im Ansatz zu mehr als zum Einäugigen unter den Blinden emporschwingen. Zu einer Person die nun mal in einer Kampfsituation überlebt weil sie ihre Waffe durchgeladen hat (womit er aber auch öfters Probleme hatte), während das "Rothemd" das ihm den Arsch rettet, erstmal den Feind ablenkt indem es quasi "hier, hier... ich zuerst" ruft. Nun das war wohl die Fronterfahrung gegen die Russen, die so oft hervorgehoben wurde und ja, die Leute die sich da den Besatzern wiedersetzt haben waren meist unausgebildete Zivilisten. Trotzdem kann ich mir einfach nicht vorstellen das die Leute damals so diletantisch waren...ich denke nur an die Flugblattaktionen am hellen Tag zu Anfang oder die Falle in die Gregers getappt ist. Auch der Sprung aus dem Fenster der ihn so bekannt gemacht hat, würde ich nicht gerade als Heldentat bezeichnen...eher als Kurzschlußreaktion. Gut ich gebe zu, auch wenn Aksel Hennie es recht gut verstand zumindest zum Schluß die abgekämpftheit des norwegischen Heroen darzustellen...der Schauspieler war mir von Anfang an unsimpatisch und für mich mit seinem Aussehen das an einen Bruder oder Cousin von Christopher Walken erinnert gänzlich fehlbesetzt, so fiel es mir schwer mitzufiebern. Wobei der in natura eigentlich viel syphatischer rüber kommt http://media.aftenposten.no/archive/00693/MAX_MANUS__Mkul3hov_693949a.jpg.
    Bei der schon angesprochenen Romanze zwischen dem Gestapo-Chef und seiner Sekretärin vermute ich einfach mal das da noch was wichtiges der Schere zum Opfer gefallen ist...aber ganz ehrlich, der Film war auch so lang genug.
    Nun wem kann man so einen Film empfehlen? So richtig Action war relativ selten. Fans des Szenarios an sich, wären sicher auch eher enttäuscht. Das bisschen Romanze was mit eingestreut wurde dürfte wohl ach nicht ziehen und die Natur Skandinaviens ist zwar immer wieder einen Blick wert, aber kam da irgendwie auch zu kurz. Alles in allem ein Film den nicht wirklich jemand braucht und deshalb 4+ Haftminen . Was ihn für mich unterhalb von Armored versenkt...denn da fühlte ich mich besser unterhalten.


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     Betreff des Beitrags: Re: MAX MANUS (02.02.2010)
    BeitragVerfasst: So, 07.02.2010, 16:06 
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    Nebendarsteller

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    Beiträge: 109
    Wohnort: Hannover
    Während des Film und auch noch danach hat mir dieser schon gefallen. Lediglich der Schluss war zu lang. Man erwartet das Ende und es kommt noch eine Szene hinterher.

    Denkt man allerdings näher über den Film nach, kommen einem doch Zweifel. Im Gegensatz zu Produktionen aus den USA kommem der Charakter und seine Mitstreiter auch in nicht lösbare Situationen, die für die Mitstreiter häufig tödlich enden. Das täuscht allerdings über die Leichtigkeit hinweg, mit welcher bestimmte Dinge funktionieren. Sicherlich kommt während der Sabotageakte eine gewisse Spannung in einem auf. Liest man sich dann aber ein wenig was über den echten Max Manus durch, so fragt man sich, warum man nicht zum Beispiel die Flucht aus Norwegen nach Großbritannien, über Russland, Afrika und Kanada besser in Szene gesetzt wurde. Gerade außerhalb der Sabotageakte hat man nämlich geradezu das Gefühl, dass sich die Wiederständler in aller Leichtigkeit durch das eigene Land bewegen können. Auch die Ausreise in andere Länder scheint kein Problem zu sein.

    Trotzdem erzählt der Film eine brauchbare Geschichte, welche durch die Schauspieler glaubhaft umgesetzt wird. Abgehakte Liebeleien und andere anscheinend dem Schnitt zum Opfer gefallene Szenen trüben den Genuss aber.

    Dank der Unterhaltung durch den Film, aber aufgrund der Mängel im Schnitt, gibt es eine 2-.

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